Glasbaustein und Heraklit Neue Materialien für den Hausbau

Neue Baumaterialien

In den 50er und 60er Jahren entstand ein Bauboom. Wohnungsnot mußte behoben, Industrie- und Gewerbebauten dem Wirtschaftsaufschwung gerecht werden.

In der erster Not wurden aus Trümmersteinen neue Gebäude errichtet. Eine Wiederverwendung im klassischen Sinne, geschaffen durch den Einsatz hunderttausender von Trümmerfrauen.

Mit dem Wiederaufleben der Industrie wurden auch wieder künstliche Steine produziert, der Hohlblockstein wurde zum klassischen Baustein. Stahlbeton eroberte die Baustellen.

Neben bereits bekannten Baustoffen kamen neue Materialien wie Glas- und Steinwolle, Gipskartonplatten, Holzwollplatten (Heraklit), Styropor, Glasbausteine, und chemische Abdichtungsmaterialien zum Einsatz. Asbest- zementplatten wurden als Dacheindeckung und zur Fassadenverkleidung eingesetzt.

Eine Wiederverwendung dieser neuen Materialien ist auch heute nur bedingt möglich. Eine Weiterverwendung und Verwertung scheidet z.B. aus Gründen der Gesundheitsvorsorge für Asbestzementprodukte grundsätzlich aus.
Trümmerfrauen in Würzburg

Asbestzementverkleidung an einem Fachwerkhaus, Flörsbachtal, Main-Kinzig-Kreis

Das neue Problem: Schadstoffe am Haus

Zunehmender Wohlstand weckte wie in anderen Lebensbereichen Wünsche nach mehr Wohn- komfort. PVC-Bodenbeläge, Teppichböden, Wasserleitungen in Kupfer, Abflußrohre aus Kunststoff, PVC-ummantelte Elektroleitungen, Kunststoff- und Metallfenster wurden zu Standardprodukten.

IViele dieser Produkte erschweren heute die Verwertung und auch die Entsorgung. Neben der Materialvielfalt traten auch erstmals Schadstoffprobleme durch z.B. Asbest, PCB-haltige Kondensatoren und PCP-haltige Holzschutzmittel auf. Dies wurde aber erst in den 80er Jahren erkannt, als sich ein ausgeprägteres Umweltbewußtsein entwickelt hatte.

Großen Aufwand verursachen heute zahlreiche Asbestsanierungen in vorwiegend öffentlichen und Bürogebäuden der 50er bis 70er Jahre.
Asbestentsorgung durch die Firma Westarp, Aschaffenburg