aus den Neumarkter Nachrichten vom 04./12.07.2000:



NEUMARKT (tr) — Eine erst kürzlich veröffentlichte Studie belegt, dass die Bereitschaft, den Müll sauber zu trennen, stetig sinkt. Gleichzeitig entsteht wieder mehr Abfall.

Um diesem Negativ-Trend entgegenzuwirken, setzt das Landratsamt Neumarkt auf Aufklärung. Unter dem Titel "Keine heiße Asche einfüllen -über den ewigen Kampf gegen den Müll" eröffnete Landrat Albert Löhner im Foyer des Landratsamtes eine Ausstellung zur Entwicklung der Abfallwirtschaft.
Zeitlich gegliedert

Auf zahlreichen Schautafeln und mit verschiedenen Exponaten wird ein interessanter und spannender Einblick gegeben, wie im Laufe der Jahrhunderte mit Abfällen umgegangen wurde. In vier zeitlich gegliederten Abschnitten wird der Bogen von der Frühgeschichte bis in die Neuzeit gespannt.

Abfälle gibt es, seit die Menschen sesshaft wurden. Sobald sie längere Zeit an einem Platz lebten, fiel Müll in größerer Menge an. Dieser wurde damals einfach hinter die Wohnstätte geworfen. Sobald der Abfallhaufen unerträglich groß wurde, zogen die Menschen einfach weiter. Die Abfallberge blieben.

Müll war also seit jeher ein Menschheitsproblem und ist es trotz Kreislaufwirtschafts- und Abfallgesetz noch immer. Die heutige moderne Abfallwirtschaft erfordert allerdings eine ständige Auseinandersetzung mit diesem Thema. Sammeln, Sortieren und Recycling lauten heute die Schlagworte, die einen halbwegs umweltfreundlichen Umgang mit Abfällen ermöglichen.

Alle 14 Tage holt ein Müllfahrzeug den Hausmüll ab. Was heute eine Selbstverständlichkeit ist war noch vor gut 25 Jahren im Landreis nicht üblich. Die geregelte Hausmüllabfuhr wurde im Landkreis Neumarkt erst Mitte der siebziger Jahre eingeführt.

Die Wanderausstellung macht noch bis zum 20. Juli in Neumarkt Station. Für den Aufenthalt in der Jurastadt wurde die Ausstellung um einen lokalen Aspekt erweitert. Eine Sonderschau beschäftigt sich mit der Frage, was die Neumarkter im Jahr an Müll produzieren. Aus diesem Grund wurde die durchschnittliche Menge an Abfallarten aller Art, die ein Neumarkter im Jahr wegwirft, ins Landratsamt geschafft. An Gelben Säcken sind es allein 14,1 Kilo.

Geringe Quote

Neumarkt steht in Sachen Müll dennoch vergleichsweise gut da. Oberpfalzweit hat die Jurastadt die geringste Hausmüllquote. Ein achtköpfiges Team beschäftigt sich im Landratsamt mit dem Thema Abfallwirtschaft. Mit 195 Mark im Jahr liegen die Müllgebühren im Vergleich zu anderen Kreisen sehr niedrig.

Zur Ausstellungseröffnung kam neben viel lokaler Prominenz auch die vierte Klasse der Grundschule Holzheim. Landrat Löhner lobte deren Besuch besonders, müsse doch schon frühzeitig mit der Wissensvermittlung hin zum Umweltschutz und zur Müllvermeidung begonnen werden.
 

aus den Neumarkter Nachrichten vom 12.07.2000:

Die Ausstellung "Keine heiße Asche einfüllen — über den ewigen Kampf gegen den Müll" im Neumarkter Landratsamt entwickelt sich zum Publikumsmagnet. Vor allem viele Schulklassen- stellvertretend für alle hier die Klasse9e der Neumarkter Mädchenrealschule mit ihrer Hauswirt- schaftslehrerin F. Schechinger — nutzen die Gelegenheit und informieren sich über die Abfallproblematik und das Entsorgungskonzept des Landkreises. Fachkundig geführt werden die Besucher von Abfallberater Walter Schardt-Pachner. Die Ausstellung ist noch bis zum 20. Juli zu sehen. Foto: Ullerich