Eiszeit in der Vorratskammer Essen aus dem Kühlregal

Supermarkt und Kühlschrank

Die in Amerika schon um die Jahrhundertwende übliche Kühlkette setzte sich nun auch bei uns durch.

Verderbliche Ware wurde jetzt durchgekühlt vom Ernteort über den Verarbeitungsort bis in den Supermarkt transportiert. Schon in den 60er Jahren gehörte der Kühlschrank zum Standard in jedem Haushalt.

Gemüse, Obst und Konserven, Milchprodukte, Konfitüren, Wurstwaren aus industrieller Fertigung erschienen in großen Mengen auf dem Markt. Die Zubereitung der Speisen wurde immer mehr aus dem Haushalt ausgelagert.

Die Selbstbedienungs-Supermärkte übernahmen die Funktion des Kellers. Dort lagerten die Lebensmittel hell beleuchtet, sauber präsentiert und vor allem im Überfluß. Sommer wie Winter stand ein gleichbleibend hohes Nahrungsmittelangebot zur Verfügung. Südfrüchte wie Bananen, Orangen oder auch Ananas waren plötzlich überall erhältlich und fast für jeden erschwinglich.
Mit der Errungenschaft Kühlschrank konnte gelagert werden ...

... was die Neuheit Supermarkt feilbot
"Alsdann bewegt man sich ganz zwanglos im Laden und nimmt sich von den Regalen, Inseln und Gondeln die Waren, die für den Einkauf vorgesehen sind.

Die Preise sind an den Regalen angebracht, außerdem ist jeder der verpackt zum Verkauf gelangenden Artikel bei entsprechend großem Sortiment mit dem Preis ausgezeichnet, um der Kassiererin ein reibungsloses Registrieren zu ermöglichen. Eine Befragung des Ladenpersonals nach dem Preis erübrigt sich also.

Hat nun der Kunde alle seine Einkäufe getätigt, so begibt er sich an die Kasse. Dort werden die Waren von der Kassiererin dem Drahtkorb entnommen und die einzelnen Preise an der Kasse registriert. Der Gesamtbetrag, der auf einem dem Kunden ausgehändigten Bon ausgewiesen ist, wird der Kassiererin übergeben.

Sodann packt die Hausfrau die Waren in ihre Einkaufstasche oder in eine große Papiertüte und verläßt den Laden."

(W. Riethmüller: Selbstbedienung. Diss.München 1952).


Verpackungen

Die neuen Produkte kamen aber nicht mehr mit relativ einfachen Verpackungen aus. Kleinste Lebensmittelmengen wurden einzeln verpackt.

Es begann die Zeit der Portionsverpackungen und der Häppchenkultur.

Von 1954 bis 1962 nahmen Glasverpackungen um 120%, Blechverpackungen um 84% und Kunststoffverpackungen um 3780% zu. Die "Müllawine" setzte sich in Bewegung.


Haltbarmachung

Private Gefriertruhen setzten sich zunächst nur in ländlichen Gegenden durch und ersetzten dort zunehmend die gemeinsam genutzten Gefrierhäuser.

Tiefkühllagerung trat nach und nach an die Stelle des „Einweckens" oder Einkochens der Ernteüberschüsse.

Begleitet wurde diese Entwicklung von der Architektur dieser Zeit, die vor allem in der Stadt keine Vorratsräume mehr vorsah.
Kühlgerätefachgeschäft in den 50ern

Speiseabfälle

Das Interesse an Verfütterung und landwirtschaft- licher Verwertung der Speiseabfälle ließ durch den verstärkten Einsatz neuer Futter- und Düngemittel nach.

Die Wohlstandsgesellschaft konzentrierte sich auf den Konsum.
Schmalhans Zeiten waren vorbei