Eisen, Knochen, Lumpen und Papier Recycling damals
Papier
Bis ins Mittelalter wurde auf Papyrus und vor allem Pergament geschrieben. Es war so kostbar, daß die Handschriften oft mehrmals abgeschabt und das Pergament neu beschrieben wurde.
1390 ging in Nürnberg die erste deutsche Papiermühle in Betrieb. Sie verarbeitete, wie bis ins 19. Jahrhundert in Europa üblich, ausschließlich Lumpen als Rohstoff.
Mit der Erfindung des Buchdrucks 1445 stieg die Nachfrage nach Papier und damit nach Lumpen ständig. Der Lumpenhandel unterlag daher strengen Kontrollregelungen. Papiermühlen hatten das Privileg auf einen bestimmten Lumpensammlerbezirk. Um Gebietsverletzungen durch benachbarte Sammler und Papiermacher zu begegnen, führte man Lumpensammlerpässe ein.
1390 ging in Nürnberg die erste deutsche Papiermühle in Betrieb. Sie verarbeitete, wie bis ins 19. Jahrhundert in Europa üblich, ausschließlich Lumpen als Rohstoff.
Mit der Erfindung des Buchdrucks 1445 stieg die Nachfrage nach Papier und damit nach Lumpen ständig. Der Lumpenhandel unterlag daher strengen Kontrollregelungen. Papiermühlen hatten das Privileg auf einen bestimmten Lumpensammlerbezirk. Um Gebietsverletzungen durch benachbarte Sammler und Papiermacher zu begegnen, führte man Lumpensammlerpässe ein.
Anfang des 19. Jahrhunderts gab es z.B. im Großherzogtum Würzburg zehn Papiermühlen, die aber durch ihre Gewässerverschmutzungen langsam zu einem Problem wurden.
1774 konnte der Göttinger Gelehrte Justus Claproth das erste Recycling-Verfahren für gebrauchte Papiere vorstellen, das die Rohstoffknappheit bis zur Erfindung des Holzschliffs 1828 durch Friedrich Gottlob Keller etwas lindern half.
1774 konnte der Göttinger Gelehrte Justus Claproth das erste Recycling-Verfahren für gebrauchte Papiere vorstellen, das die Rohstoffknappheit bis zur Erfindung des Holzschliffs 1828 durch Friedrich Gottlob Keller etwas lindern half.
Papier wurde auch zweitverwendet. Siegelfunde aus einer Aschaffenburger Latrine belegen indirekt die Nutzung von Briefen als Toilettenpapier.
Glas
Obwohl Glaswaren schon im Hochmittelalter nicht mehr selten waren, sind in Abfallgruben der Städte, Burgen und Adelshöfe fast keine Scherben anzutreffen. Glas war noch so wertvoll, daß Glassammler Bruch- und Altglas zu den Glashütten brachten.Dies änderte sich mit dem Aufschwung der Glasproduktion im 15. Jahrhundert. Glasfunde aus dieser Zeit nehmen sprunghaft zu. Kostbare Sodagläser aus Venedig, Norditalien und Südfrankreich wurden nach wie vor intensiv und sortenrein gesammelt und wieder eingeschmolzen. Andere Gläser kamen nur noch in geringerem Umfang in die Glashütten zurück.
Metalle
In mittelalterlichen Abfallgruben finden sich nur selten Metalle. Es ist daher naheliegend, daß defekte Metallgegenstände aus Eisen, Kupfer, Bronze und Zinn
wieder in die Schmieden wanderten.




