Aus der Tonne auf die Wiese Abfallentsorgung zur Wirtschaftswunderzeit

Nach Ende des 2. Weltkrieges herrschten großer Mangel und Not. Der Aufbau einer modernen Müllabfuhr für Haushaltsabfälle stand in den ersten Nachkriegsjahren selbst in den Städten nicht im Vordergrund.
Abfallentsorgung Ende der 40er Jahre
 
Schon vor dem 2. Weltkrieg angestrebt, begann man Anfang der 50er Jahre in den Städten, vereinzelt aber auch auf dem Land, die "staubfreie" Müllabfuhr einzuführen. Ein Großteil des Mülls bestand damals noch aus Kohlenasche.
Neue Technik wurde entwickelt
 
Die Zusammensetzung des Mülls änderte sich rasch. Verpackungen und Kunststoffe kamen hinzu, kurzlebige Produkte mußten nach kurzer Gebrauchszeit entsorgt werden.

In vielen Gemeinden gab es für die Abfälle nur die "Kippe" und auch in großen Städten wurde der Müll "auf der grünen Wiese" abgelagert.
"Geordnete" Ablagerung, München, 50er Jahre
Aus dem Müllreport München, 1992:

"Als 1954 die Münchner Deponie Großlappen in nur wenigen Monaten mehr schlecht als recht auf die künftigen Müllfrachten vorbereitet wurde, machte sich noch niemand über Deponietechnik Gedanken.

Da die Müllhalde weder von unten noch nach oben abgedichtet war, stiegen die Ausdünstungen des Münchener Abfalls ungehindert gen Himmel und das überschüssige Wasser, das entweder aus dem Müll selbst stammte oder nach heftigem Regen den ungeschützten Deponiekörper aufweichte, rann ohne irgendeine Vorbehandlung in den Untergrund."
(Michael Leonhart)
 
Im ersten Abfallgesetz von 1972 wurde die gesamte Abfallsammlung und -entsorgung erneuert.

Gemeindliche Deponien wurden Zug um Zug geschlossen und zentrale Deponien eingerichtet.

Schon in den 70er Jahren begann man die Bevölkerung durch Faltblätter und Broschüren über die Abfallbeseitigung zu informieren.

Auch die Einsammlung wurde vielerorts geändert. Da "heiße Asche" in den Hintergrund trat, konnten ab den 70er Jahren kostengünstigere und leichtere Kunststofftonnen eingesetzt werden.

Eine Sammlung und Verwertung des Mülls wie in der Vorkriegszeit lebte nicht wieder auf. Es regierte "ex und hopp".
Abfallbroschüre, 1977