Geregelte Abfuhr, ungeregelte Abfuhr Mit Technik gegen das zunehmende Müllproblem

"Wilde" Ablagerungen

Abfälle wurden bis zur Schaffung des ersten Abfallgesetzes 1972 zumeist auf ungeordnete Deponien gebracht. Hohlwege, Bombentrichter und Erdgruben wurden verfüllt oder der Abfall einfach an Steilhängen und Böschungen abgekippt.

Die wilden "Müllkippen" wurden mehr und mehr zum Problem, da sich mit der aufstrebenden Wirtschaft auch die Zusammensetzung und Gefährlichkeit der Abfälle änderte.

Schwelbrände, seuchenhygienische Gefahren und Verunreinigung des Grundwassers durch Sickerwässer waren die Hauptprobleme.

In einer Stellungnahme des Deutschen Rates zur Landespflege heißt es 1970: "Bei 50 000 Müllplätzen in der BRD (...) kann nur ein sehr kleiner Teil als geordnet angesprochen werden."

Nur in städtischen Bereichen, wo vor allem ausreichende Flächen Mangel- ware waren, wurden zunehmend entsorgungstechnisch auf wendigere Lösungen wie Verbrennungsanlagen und Müllkompostierungsanlagen geschaffen. Wurde 1960 bundesweit nur eine Verbrennungsanlage für Hausmüll betrieben, so waren es 1970 schon 24.
Typische Müllkippe der 60er Jahre


Typische Müllkippe der 60er Jahre
 
Verbrennungsanlagen wurden in allen Größen angeboten.

Von der städtischen Großanlage bis zum Kleinofen für das Gewerbe wurde die Verbrennung als Lösung des beginnenden Müllproblems dargestellt.
Müllverbrennungsofen für Kaufhäuser, Banken, Krankenhäuser, Appartmenthäuser, Hotels, Restaurants und Verwaltungen
Werbung für Müllverbrennungsofen
 
Müllbehandlungsanlagen beschäftigten sich mit der Volumenreduzierung.

Die fahrbare Zerkleinerungsanlage "Müll-Taifun" sollte vor Ort in den Gemeinden den Müll für eine Kompostierung aufbereiten.
Der "Müll-Taifun" im Einsatz
 
Eine Änderung der Situation trat mit Einführung des Abfallgesetzes 1972 ein.

Auch die dann gängige "geordnete Deponie" entsprach aber noch lange nicht heutigen Standards.
Schematische Darstellung einer Industriemülldeponie, bei der Hausmüll als Grundwasserschutz diente