Speis und Trank Lebensmittel aus vorindustrieller Zeit

Mittelalterlicher Speiseplan

Aus dem Mittelalter sind uns Speisefolgen hochgestellter Persönlichkeiten mit einem Dutzend Fleischarten, verschiedenen Soßen und Desserts mit einer damals üblichen Überwürze in einer großen Anzahl von Gängen überliefert. Ein Festessen diente der Darstellung des Gastgebers.

Das einfache Volk aß eher eintönig: Kraut, Getreidegrützen, Hülsenfrüchte, Suppen und vor allem Schweinefleisch.

Die Raffinesse der herrschaftlichen Küche mit zahlreichen von weit her transportierten Gewürzen und Zutaten war für die Masse der Bevölkerung unerschwinglich.

Essenszubereitung, 16. Jahrhundert
Wenn Fürsten feiern, Speisenkarte von 1474

Verpackungen

Auf den mittelalterlichen Märkten wurden die Lebensmittel wegen fehlender Kühlung und Verpackung vorwiegend als Rohwaren angeboten: Fleisch in großen Stücken oder als ganzes Tier, Getreide als ganzes Korn. Die Speisen und Getränke wurden in Körben, Krügen und Säcken nach Hause transportiert. Zu Hause wurden die Lebensmittel zubereitet oder haltbar gemacht.
Mittelalterlicher Markt in Florenz
 

Haltbarmachung

Zur Konservierung von Fleisch und Fisch waren nur Trocknen, Räuchern und Salzen bekannt.

Gemüse wurde sauer und salzig eingelegt, Obst gedörrt, Milch verarbeitete man zu Quark, Käse und Butterschmalz.

Diese begrenzten Möglichkeiten der Konservierung schränkten das Nahrungs- angebot im Winter stark ein.
Tonne mit eingesalzenen Fischen, 1499

Speisereste

Nach Mißernten herrschte Hunger, nach guten Ernten verdarben viele Lebensmittel.

Verdorbene Lebensmittel und Speisereste wurden vor allem an Schweine verfüttert oder auf den Misthaufen bzw. in die Latrine geworfen. Der Inhalt der Gruben gelangte zurück auf die Felder.

In gut ausgestatteten Küchen gab es eine Grube für Lebensmittel- abfälle, „Garderobe" genannt. Mitunter war sie mit einem Rost versehen, um Knochen aufzufangen, die erneut aufgekocht wurden.