Recycling zu Uromas Zeiten Sammlung, Sortierung, Reparatur

Organisierte Abfallsortierung

Mit der Neuorganisation der Einsammlung und Abfuhr des Mülls wurde auch die Verwertung ausgedehnt und weiterentwickelt. Die Erfassung von verwertbaren Abfällen wurde vereinzelt schon Anfang des 20. Jahrhunderts in größeren Städten durchgeführt.

Verwertbare Abfälle wie Papier, Leder, Knochen, Scherben, Lumpen und Metalle wurden weiter- verarbeitet, Speisereste verfüttert. Lediglich nicht verwertbare Abfälle wie Aschen und Kehricht mußten abgelagert werden.
Getrenntsammel-Systeme, Anfang 20. Jahrhundert
 
Besonders erwähnenswert ist die 1893 in Betrieb genommene Hausmüllsortieranlage in Puchheim bei München. In mehreren hintereinander geschalteten Schritten wurde hier der gesamte Hausmüll der Stadt München teilweise mechanisch, zum größten Teil aber per Hand aussortiert.

In kleineren Städten wurde der Müll oft an der Abladestelle von Hand durchforstet. Eine derartige Aussortierung fand aber oft erst in Zeiten allgemeinen Rohstoffmangels statt.
Sortiersaal in der Sortierhalle in Puchheim

"Ambulantes Gewerbe"

Verwertbare Abfälle wurden von gewerblichen Sammlern schon immer gesucht. Der Ruf "Lumpen, Alteisen" hallt vielen älteren Mitbürgern noch im Ohr.

Neben Altstoffsammlern hatten auch Reparaturberufe weiterhin Konjunktur.
Verwertbare Abfälle wurden von gewerblichen Sammlern schon immer gesucht. Der Ruf "Lumpen, Alteisen" hallt vielen älteren Mitbürgern noch im Ohr. Ein Ausrufer auf den Höfen, der Altwaren aufkaufen will. Mit seinem Rufen kündigt er sich bei den Hausfrauen an. "Einkauf von Lumpen, alten Stiefeln, Knochen, Papier, Flaschen und so weiter!" Zum Abwiegen der Lumpen hat er stets eine Handwaage bei sich (Berlin, 1912).
Auf einem Wägelchen montierte ein findiger Schuhmacher- meister seine Werkstatt und eröffnete sie auf der Straße. Seine Kunden konnten auf die Reparatur gleich warten - wer hatte denn 1919 in Berlin Schuhe zum Wechseln?

Scherenschleifer, Berlin 1904